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Welttag des Menschenhandels

Die dunkle Seite der Leihmutterschaft

Bild: Liia Galimzianova | Getty Images | bearbeitet

Zum Welttag des Menschenhandels zeigt Lexi Ellingsworth von der Organisation Stop Surrogacy Now UK auf, warum die Legalisierung der Leihmutterschaft zugleich die Ausbeutung von Frauen und den Menschenhandel legalisieren würde.

Heute, am Donnerstag, den 30. Juli, ist der Welttag gegen Menschenhandel. Ein guter Zeitpunkt, um die zunehmende Ausbeutung von Frauen durch Leihmutterschaft aufzuzeigen. Den Vereinten Nationen zufolge steigt die Zahl der Frauen, die als Leihmutter oder für die Eizellentnahme ausgebeutet werden, jedes Jahr weiter. Die Organisation Stop Surrogacy Now UK hat 29 öffentlich gemeldete Fälle gefunden, in denen Leihmutterschaft und Eizellentnahme zwischen 2018 und 2025 mit Menschenhandel, Ausbeutung oder organisierter Kriminalität in Verbindung gebracht wurden.

Diese Fälle betreffen die Anwerbung und den grenzüberschreitenden Transport von Frauen in Ländern wie den Vereinigten Staaten, Argentinien, Kambodscha, China, Georgien, Griechenland, Indien, Indonesien, Kenia, Nigeria, den Philippinen, Russland, Spanien und Vietnam.

Anfang dieses Monats verhafteten thailändische Behörden zwei chinesische Staatsangehörige, die wegen einer mutmaßlich illegalen kommerziellen Leihmutterschaftsvermittlung gesucht wurden. Ermittler werfen einem 43-jährigen Mann und einer 33-jährigen Frau vor, thailändische Frauen über eine illegale Leihmutterschaftsagentur angeworben zu haben, die sie gemeinsam mit einer nicht lizenzierten medizinischen Einrichtung für Eizellentnahme und Embryonentransfer betrieben. Berichten zufolge gaben während der Ermittlungen befreite Frauen an, dass ihnen wiederholt eisprungstimulierende Hormone injiziert wurden, bevor sie sich Eizellentnahmeverfahren unterziehen mussten. Auf einen ähnlichen Fall hatte Stop Surrogacy Now UK bereits zum Welttag gegen Menschenhandel im vergangenen Jahr aufmerksam gemacht. Dabei wurden über 100 Frauen nach Georgien verschleppt. Die Frauen waren über Facebook als Leihmütter angeworben worden, wurden aber ebenfalls zur Eizellentnahme festgehalten.

Eine Anzeige auf Facebook hatte diesen Frauen ein Gehalt zwischen 11.500 und 17.000 Euro für die Tätigkeit als Leihmütter für kinderlose georgische Paare versprochen. Nach dem Kenntnisstand von Stop Surrogacy Now UK befinden sich die vier im Zusammenhang mit diesen Straftaten verhafteten chinesischen Staatsangehörigen weiterhin in Haft.

Nur wenige Wochen zuvor hatte die Human-Trafficking-Abteilung des philippinischen National Bureau of Investigation (NBI) einen mutmaßlich illegalen Leihmutterschaftsring zerschlagen, nachdem eine Leihmutter mutig Alarm geschlagen hatte. House of Surrogacy PH hatte finanziell benachteiligte Frauen durch betrügerische Vereinbarungen angeworben. Ein zweiter Standort wurde entdeckt, an dem Frauen festgehalten wurden. Die Behörden fanden zudem möglicherweise gefälschte Geburtsurkunden für die in diesem Zusammenhang geborenen Babys.

Nach der Entdeckung erklärte NBI-Direktor Melvin Matibag sinngemäß, dass niemand als Ware behandelt oder aufgrund seiner Lebensumstände ausgebeutet werden dürfe.

Diese Fälle zeigen, dass Frauen zunehmend über soziale Medien angeworben, über Grenzen hinweg gehandelt, von Unterstützungsnetzwerken isoliert und für reproduktive Zwecke ausgebeutet werden. Stop Surrogacy Now UK ist dabei nicht die einzige Organisation, der das aufgefallen ist. Im Mai stufte der Bericht „Anticipating Exploitation: A Futures Analysis“ der britischen „Independent Anti-Trafficking Commission“ den Zwang und die Nötigung zu Leihmutterschaft als Formen reproduktiver Ausbeutung ein.

Derzeit versuchen Interessenvertreter und Nutznießer der Ausbeutung und des Menschenhandels durch Leihmutterschaft weltweit die Leihmutterschaft durch sogenannte Regulierung zu rechtfertigen und mithilfe Gesetzesreformen zu legitimieren. Zwar mögen Gesetze die Art und Weise ändern, wie Leihmutterschaft derzeit organisiert wird, doch konnten bereits bestehende Rahmenwerke, die diesen „Weg zur Elternschaft“ regulieren, den Missbrauch nicht durchgängig verhindern. Auch die Ungleichheiten konnten nicht beseitigt werden, wegen derer Frauen sich auf Leihmutterschaft einlassen.

Anstatt anzunehmen, dass eine bessere Regulierung zu einer „ethischen“ Leihmutterschaft führt, sollten wir uns fragen, ob eine Praxis, die darauf beruht, ein Baby von seiner Mutter zu trennen und die Frauen erheblichen medizinischen Risiken aussetzt sowie Gelegenheiten für Ausbeutung schafft, jemals wirklich „sicher“ sein kann.

Die Lobbyisten für Leihmutterschaft kämpfen europa- und weltweit weiter für die Ausbeutung von Frauen und den Handel von Kindern: Daas britische Parlament etwa debattiert am 7. September eine Petition, die fordert, elterliche Rechte bereits bei der Geburt zu übertragen (wodurch Frauen keinerlei rechtliche Handhabe mehr hätten, da elterliche Rechte und Pflichten bereits mit der Geburt erlöschen würden). Das Paar, das diese Petition vorangetrieben hat, hatte ein Baby von einer alleinstehenden Mutter in den USA erhalten.

Dieser Artikel wurde zuerst auf Stop Surrogacy Now UK veröffentlicht.

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  • Stop Surrogacy Now UK

    Lexi hat ihre berufliche Laufbahn dem Engagement für gemeinnützige Organisationen gewidmet und sich dabei auf Themen konzentriert, die vom Zugang zu Bildung bis hin zu den reproduktiven Rechten von Frauen reichen. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit standen stets Frauen und Kinder.

    Als Reaktion auf die öffentlichen Beratungen der britischen Law Commission zur Reform des Leihmutterschaftsrechts im Jahr 2019 gründete Lexi „Stop Surrogacy Now UK“. Diese Kampagnenorganisation zielt darauf ab, das öffentliche Bewusstsein für die Realitäten in der Leihmutterschaft zu schärfen – einschließlich der Ausbeutung von Frauen und der Kommerzialisierung von Kindern.

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