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Institutionelles Gaslighting

Der „weibliche Penis“ im Frauen-FKK-Bereich

Männerhand an Pool
Foto von Sebastiaan Stam von Pexels

Am 28. Juni 2026 beschwerten sich Frauen im Berner Marzilibad über einen Mann mit Bart und String-Tanga, der sich im FKK-Frauenbereich „Paradiesli“ aufhielt und sich weigerte, den FKK-Bereich zu verlassen. Er wurde schließlich von der Polizei des Schwimmbads verwiesen.

Kurz darauf entschuldigte sich die Stadt Bern nicht etwa bei den Frauen im Paradiesli, die unter sich bleiben wollten, sondern bei der Person mit männlichem Erscheinungsbild, die jedoch einen weiblichen Geschlechtseintrag hat. Laut Zutrittsregelung der Stadt hätten alle Personen, die sich als Frau identifizieren und als solche leben, Zugang zu diesem FKK-Bereich. Der Berner Gemeinderätin Ursina Anderegg zufolge geht die Regelung des Gemeinderats sogar noch weiter. Sie sagt: „(Es) gilt für uns, dass als Frau gilt, wer sich als Frau fühlt – unabhängig vom amtlichen Eintrag.“ In der Konsequenz bedeutet das, dass jeder Mann, der die Frau in sich entdeckt, Zutritt zu einem Bereich erhält, in dem Frauen nackt sind. Damit ist das Paradiesli kein Frauenbereich mehr.

In seiner Pressemitteilung begründet der Berner Gemeinderat seine Entscheidung wie folgt: „Die Stadt Bern setzt sich ausdrücklich für eine solidarische Gemeinschaft ein, die sich gegen Diskriminierung und Ausgrenzung einsetzt.“ Im Umkehrschluss bezichtigt der Gemeinderat Menschen, die sich mit der Entscheidung unwohl fühlen, damit indirekt der Diskriminierung. Ein manipulativer Taschenspielertrick, der Andersdenkende zumindest zum Verstummen, wenn nicht gar zum Überdenken ihrer Position bringen soll?

Die Beschlüsse des Berner Gemeinderats zielen in letzter Konsequenz jedenfalls darauf ab, dass Menschen ihre Wahrnehmung an die offizielle Lesart angleichen. Zumindest sollen Personen, bei denen ein Mann im Frauen-FKK-Bereich ein Störgefühl auslöst, dazu gebracht werden, ihre eigene Wahrnehmung anzuzweifeln. Kann ein Mann vielleicht doch eine Frau sein? Der Berner Gemeinderat betreibt damit institutionelles Gaslighting.

Institutionelles Gaslighting

Gaslighting hat zum Ziel, die Wahrnehmung und die Realität von Menschen zu erschüttern, um die eigenen Ansichten oder Ziele durchzusetzen und in der Regel auch, um Kontrolle und Macht zu erlangen oder zu sichern. Absichtlich werden Informationen nur peu à peu herausgegeben, Ereignisse geleugnet oder verfälscht oder falsche Informationen bzw. Halbwahrheiten präsentiert, um andere dazu zu bringen, das eigene Erinnerungsvermögen, die eigene Wahrnehmung oder die eigene Urteilskraft infrage zu stellen.

Um institutionelles Gaslighting handelt es sich, wenn offizielle Stellen versuchen, die Wahrnehmung der Bevölkerung zu verdrehen und – wie in diesem Fall – die Selbstidentifikation statt der biologischen Realität als maßgeblich für die Definition von Geschlecht zu etablieren. Auf die Spitze getrieben wird das institutionelle Gaslighting durch die Verabschiedung von Gesetzen wie dem Selbstbestimmungsgesetz (SBGG), mit der Folge, dass Organisationen wie Frauenheldinnen e. V. gerichtlich darum kämpfen müssen, die eigene Wahrnehmung nicht verleugnen zu müssen und einen Mann mit geändertem Geschlechtseintrag weiterhin Mann nennen zu dürfen.

Wenn Menschen ihren eigenen Sinnen nicht mehr trauen (dürfen), lassen sie sich leichter kontrollieren und lenken. Schaffen es Entscheidungsträger, anderen einzureden, dass Männer Frauen und Frauen Männer sein können und ein Penis nicht zwingend ein männliches Geschlechtsteil ist, können sie ihnen letztlich alles erzählen. Sie kommen irgendwann mit allem durch. Üben sie dabei Zwang aus, handeln sie gar totalitär. Diejenigen, die nicht einverstanden sind, werden mundtot gemacht und bestenfalls als Ewiggestrige diffamiert oder ausgegrenzt. Frauenorganisationen wie Frauenheldinnen e. V. können ein Lied davon singen.

Gefährlich für Frauen

Insbesondere für Mädchen und Frauen ist dieses institutionelle Gaslighting gefährlich. Denn ihnen wird eingeredet: Sobald ein Mann sich als Frau bezeichnet, gehört er einer überaus verletzlichen Gruppe an und ist damit nicht länger eine potenzielle Gefahr. Das führt unter Umständen dazu, dass Mädchen und Frauen ihre natürlichen Schutzinstinkte hinterfragen und nicht mehr auf ihr Bauchgefühl hören, das ihnen signalisiert: „Hier ist etwas falsch. Ich sollte mich aus der Situation entfernen.“

Vor der Möglichkeit, dass Männer die Selbstidentifikation ausnutzen könnten, um Zutritt zu bislang Frauen vorbehaltenen Räumen zu bekommen, hatten Frauenrechtlerinnen schon vor der Einführung des SBBG gewarnt. Ein großer Teil der Politiker verschloss dennoch die Augen und verneinte die Möglichkeit des Missbrauchs vehement. Auch das ist institutionelles Gaslighting.

Warum konnte dieses Gaslighting überhaupt verfangen?

Doch wie konnte dieses Gaslighting verfangen? Wie sind wir zu dem Punkt gelangt, dass Menschen mittlerweile glauben, ein Mann könne eine Frau sein, und ihm damit das Recht zusprechen, Räume zu nutzen, in denen Frauen Schutz vor Männern suchen oder auch nur unter sich sein wollen? Und warum unterstützen sogar Frauen die Abschaffung ihrer eigenen Rechte?

Einerseits sicherlich, weil Medien und Politik bei der Berichterstattung zu dieser Thematik an einem Strang ziehen. Die meisten Medien unterstützen seit geraumer Zeit das institutionelle Gaslighting. Die offensichtlich männliche Person im String-Tanga im Berner Paradiesli etwa wird wie selbstverständlich als „Transfrau“ bezeichnet und ihre Selbstidentifikation nicht hinterfragt. Doch warum macht die „vierte Gewalt“ hier mit?

Ein Grund ist sicher, dass die Verdrehung der Realität zur Menschenrechtsbewegung erklärt wurde. Die Betroffenen, so die rührselige Erzählung, würden nur ihr authentisches Selbst ausdrücken, jedoch immer wieder ausgegrenzt. Diese an Mitleid und Empathie appellierenden Geschichten verfingen vor allem bei Frauen – mit der Folge, dass sich viele für die Belange dieser Männer einsetzten und einsetzen.

Ein weiterer Grund ist, dass jegliche öffentliche Diskussion über das Thema unterbunden wurde. Die ehemalige deutsche Familienministerin Lisa Paus (Bündnis 90/Grüne) sagte in einer Pressekonferenz zum SBGG: „Transfrauen sind Frauen. Deshalb sehe ich da jetzt keinen weiteren Erörterungsbedarf.“ Diese Ansicht galt spätestens damit als gesetzt. Wer sich dagegen auflehnte, wurde einer menschenfeindlichen Grundhaltung bezichtigt. Kein Wunder, dass viele vielleicht sogar gegen besseres Wissen mitspielten, möchten doch die wenigsten mit dem Etikett „Menschenfeind“ versehen und ausgegrenzt werden.

Manche Frauen glauben auch, dass Geschlechterrollen aufgebrochen würden, wird der Begriff Frau um Männer erweitert. Sie meinen, dass so die wahre Gleichberechtigung erreicht werde. Es kommt ihnen nicht in den Sinn, dass die Unterschiede zwischen Männern und Frauen nicht durch Wortmagie verschwinden. Genauso wenig haben sicher manche gemerkt, dass sie sich selbst gaslighten. Andere jedoch werden in voller Absicht die offizielle Meinung vertreten haben, um karrieretechnisch zu profitieren.

Es gibt noch zahlreiche weitere Gründe, warum das institutionelle Gaslighting verfangen hat. So ist es gar nicht so einfach, überhaupt zu erkennen, dass andere versuchen, die eigene Wahrnehmung zu manipulieren. Eine dauerhafte Beschallung, dass es transfeindlich sei, transidentifizierende Männer aka „Transfrauen“ nicht mit Frauen und Mädchen gleichzustellen, macht es zudem schwierig, die eigene, gegensätzliche Wahrnehmung zu vertreten. Hinzukommt: Behaupten viele einflussreiche Menschen das Gegenteil von dem, was man selbst glaubt, stellen viele sich und die eigenen Ansichten infrage. Vielleicht ist man ja selbst die Person, die falsch liegt?

Die öffentliche Meinung dreht sich allmählich

„Man kann das ganze Volk eine Zeit lang täuschen, und man kann einen Teil des Volkes die ganze Zeit täuschen, aber man kann nicht das gesamte Volk die ganze Zeit täuschen.“ Dieses Zitat, das dem US-Präsidenten Abraham Lincoln zugesprochen wird, gilt auch in dieser Debatte. Im Fall des Berner Paradieslis etwa sind viele Frauen und auch Männer nicht mehr bereit, die Entscheidung des Berner Gemeinderats ohne weiteres hinzunehmen. Davon zeugen die Kommentare zu Zeitungsartikeln und in den sozialen Medien sowie Befragungen von Frauen, die das Marzilibad benutzen. Das institutionalisierte Gaslighting verfängt nicht mehr so, wie gedacht. Die Realität setzt sich langsam, aber bestimmt durch.

Daran haben Frauen einen wesentlichen Anteil, die gegen alle Widerstände Aufklärung darüber betreiben, was es für Frauen bedeutet, wenn Männer Frauen sein können. Es mag zunächst nicht so scheinen, doch es lohnt sich, einen langen Atem zu haben. Nur so lässt sich institutionalisiertem Gaslighting entgegen treten.

Tipps, um sich gegen institutionalisiertes Gaslighting zu wappnen und zu wehren

  • Das eigene Bauchgefühl nicht ignorieren.
  • Wächst das Gefühl, „irgendwas ist hier falsch“, sich mit dem jeweiligen Thema genauer beschäftigen.
  • Sich mit allen Argumenten zum Thema auseinandersetzen, auch mit denen, die von der vermeintlich falschen Seite zu kommen scheinen.
  • Sich mit Menschen, denen man vertraut, austauschen. Sie müssen nicht zwingend der gleichen Meinung sein, aber fähig, sich darauf einigen zu können, uneinig zu sein.
  • Mitstreiter und Unterstützer suchen.
  • Die Schweigespirale durchbrechen, Öffentlichkeit suchen.
  • Auf Gegenwind einstellen, auch auf Schmutzkampagnen.
  • Als Gruppe sprechen. Die Gruppe ist stärker als Einzelne.
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