Gastbeitrag einer Psychotherapeutin
„Lasst euch Zeit“ – Was hinter der Diagnose „trans“ bei Jugendlichen wirklich steckt
Eine Klientin bereut die Operation, ihre Stimme und ihre Brüste sind weg. Ein Patient hat alle Eingriffe hinter sich, die Schmerzen bleiben, die Depression auch. Die Psychotherapeutin Dr. Ingeborg Kraus hat in ihrer Praxis keinen einzigen Fall erlebt, in dem die Diagnose eindeutig war. Trotzdem gilt in deutschen Kliniken der affirmative Ansatz: zustimmen, nicht nachfragen. Kraus beschreibt, was dabei übersehen wird, warum sich kaum eine Kollegin traut, das öffentlich zu sagen, und was Eltern tun können, deren Kind glaubt, im falschen Körper zu sein.
